FREITAG, 26.04.2013


11 Uhr
Presse-Aktion/Demonstration am Brandenburger Tor (!)

20 Jahre Tafeln sind genug! Während einige in Saus und Braus leben, sind immer mehr BürgerInnen auf die Abfälle der Wohlstandsgesellschaft angewiesen. Doch Wohltätigkeit darf soziale Rechtsansprüche nicht ersetzen. Die Politik muss endlich Verantwortung übernehmen und Armut ursächlich bekämpfen. Soziale Rechte statt Almosen! Armut bekämpfen statt Armut lindern! Kommen Sie zum Pariser Platz und demonstrieren mit uns!


Programm im Supermarkt Berlin-Wedding ab 15 Uhr

15-19 Uhr Offener Raum
Information und Kommunikation sowie verschiedene künstlerische Formate und Bewirtschaftung durch Wam Kat


15:30 Uhr Kunst
Rita Mascis präsentiert ihr Werk "Kommt zu Tisch!"


16 Uhr Impulsreferat
Ludger Fischer: "Lebensmittelverschwendung und Tafeln" 

Ilse Aigner liegt völlig falsch: Von Müllvermeidung wird kein Mensch satt, nicht in Deutschland und nicht in den Ländern, in denen Menschen verhungern. Die Ministerin behauptet wider besseres Wissen, in Deutschland würden erhebliche Mengen an Lebensmitteln verschwendet. Sie lässt Vermutungen hochrechnen und kommt so zu Zahlen, die Empörung hervorrufen sollen. Dabei gibt es die so errechnete Lebensmittelverschwendung überhaupt nicht! Die schnell präsentierte Lösung für das angebliche Problem der Lebensmittelverschwendung: Abgabe an Tafeln. Das aber ist die schlechteste aller Lösungen für das überschätzte logistische Problem. Bedürftige haben ein Anrecht auf Unterstützung. Sie dürfen nicht als Resteverwerter der Wohlhabenden missbraucht werden!

Dr. Ludger Fischer ist Mitglied der „Beratenden Gruppe für die Nahrungsmittelkette" der Europäischen Kommission, Mitglied des Beratungsgremiums der Interessenvertreter bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA und Mitglied in den Vorständen zahlreicher EU-Lebensmittelprojekte. Fischer lebt in Brüssel


17 Uhr
Lesung
Holdger Platta: "Kaltes Land"

Sibirien? Syrien? Nein, gemeint sind wir. “Kaltes Land. Gegen die Verrohung der Bundesrepublik. Für eine humane Demokratie” – so heißt das aufrüttelnde Buch von Holdger Platta und Rudoph Bauer (Hrsg.), in dem u.a. auch Christoph Butterwegge zu Wort kommt. Konstantin Wecker schreibt über das Buch: “Auch ich unterstütze dieses Buch mit ganzem Herzen und wünsche mir, dass es viel gelesen wird. Es geht um nichts geringeres als den Krieg einer Finanzelite gegen bewusst arm gemachte Bürger, und man weiß gegen Ende der Lektüre, dass es höchste Zeit ist sich zu wehren. Noch haben wir demokratische Rechte. Nutzen wir sie!”


19 Uhr Podiumsdiskussion
"Alternativen zur Vertafelung der Gesellschaft im Kontext der Finanzkrise."

Gäste: Tafelgründerin Sabine Werth, Sozialrichter Jürgen Borchert, Tafelkritiker Prof. Stefan Selke, Pfarrer Peter Storck, MdB Matthias W. Birkwald, Prof. Elmar Altvater, Finanzexperte Leopold Seiler, Sozialaktivist Michael Bättig sowie eine Tafelnutzerin und Aktivistin. Moderation: Gaby Sohl (taz).

Podiumsgäste und Publikum werden die ambivalente gesellschaftliche Funktion der "Tafeln" diskutieren. Entlassen Tafeln und ähnliche Angebote den Sozialstaat aus der Verantwortung? Oder gilt: "Gott sei Dank, dass es eine Armenspeisung gibt! Den Sozialstaat können wir uns bald nicht mehr leisten!" Lindern Almosen tatsächlich existentielle Notlagen - oder zementieren sie die wachsende Armut?  Sind Ehrenamt und privates Engagement nicht auch eine gefährlich leicht zu instrumentalisierende Antwort auf neoliberale Zeiten? Welche alternativen politischen Strategien sind denkbar und praktikabel?

 

Weitere Programmtage: